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An einem gewöhnlichen Wochentag des Jahres,
während viele Kirchen der Christenheit ziemlich leer bleiben, ziehen
Pilger aus allen Lebenslagen an Wallfahrtsorte überall in der
Welt.
In Lourdes sind es täglich 20.000 Menschen.
Wallfahrtsorte ziehen Touristen und Pilger in
steigender Zahl an, die Jungen und Alten, die Gesunden und die Kranken,
Familien und Einzelne, die Frommen und die Neugierigen, die Almosengeber
und die Taschendiebe, die Gottsucher und die Händler, Menschen
unternehmen Wallfahrten, weil sie suchen und erhoffen, was sie in ihrer
Alltagswelt - sei sie modern oder traditionell - so nicht finden
können. Die Pilgerfahrt eröffnet ihnen neue Räume der Begegnung mit
sich selbst, mit dem Leben, mit anderen Menschen, mit der Geschichte,
der Natur, dem Kosmos und mit Gott.
Pilger sein beginnt mit dem Abschied. Wer sich
nicht verabschieden kann aus seiner gewohnten Umgebung, aus der Routine
seiner fest eingefahrenen Lebens- und Denkgewohnheiten, aus seinen
Voreingenommenheiten und vertrauten Kontaktfeldern, wer alles Gewohnte
nur festhalten und zu sichern sucht, der kann nicht auf Wallfahrt gehen.
Abschied nehmen ist oft schmerzlich, gleichzeitig aber auch befreiend.
Sich auf den Weg machen beginnt mit dem Abschied.
Pilger sein heißt sodann, sich neuen
Eindrücken und Erfahrungen öffnen; auf neuen Gleisen fahren; neue Wege
gehen; neue Landschaften betrachten; neue Sprachen hören; neue
Gesichter sehen; auf unbekannte Menschen zugehen; sich einlassen auf
ungewohnte Weisen des Ruhens, des Schlafens, des Essens, des Betens und
des Feierns. Aber hier gilt: Wer nur das Gewohnte festzuhalten sucht,
kann nicht auf Wallfahrt gehen. Sich auf den Weg machen, verlangt
Öffnung für das Unbekannte und das Ungewohnte ...
Pilger sein bedeutet schließlich auch
Rückkehr. Rückkehr in den Alltag, aber nicht Rückfall in den alten
Trott. Vielmehr Rückkehr mit veränderten Augen, veränderten
Einstellungen, veränderten Herzen, Rückkehr, um den Unbilden des
Lebens mit einem neuen Bewusstsein von Sinn und Hoffnung zu begegnen.
Rückkehr als Zeuge einer Erfahrung, die das Begreifbare übersteigt.
Solche Pilgerfahrten werden immer wichtiger
für das Leben eines jeden Christen, aber auch für das Leben einer
jeden Menschen.
Eine solche Wallfahrt unternehmen wir, wenn wir
als Soldaten oder deren Angehörigen nach Lourdes pilgern. |