|
Bei der Einfahrt der
Sonderzüge, mit den Soldaten aus den verschiedensten Standorten, liegt
die Stadtburg im Blickfeld.
Die Burg hatte eine wechselvolle
Geschichte. Den Römern folgten die Westgoten, die Sarazenen, die
Franken. Im 8. Jahrhundert wurde das christliche Abendland durch die
Araber bedroht. Die entscheidende Schlacht wurde 732 zwischen Tours und
Poitiers geschlagen. Karl Martell besiegte die über die Pyrenäen
eingedrungenen Sarazenen und trieb sie ins Gebirge zurück. |
 |
|
Die Burg zur Zeit
der Religionskriege
17. Jahrhundert
Während der Zusammenstösse zwischen
Katholiken und Protestanten wird Lourdes ausgebeutet und verbrannt. Die
Bewohner von Lourdes, die seit dem Mittelalter Stadtrecht hatten, zogen
sich in die Burg zurück. 1590 kehrt Friede mit Heinrich IV. ein.
Lourdes und die Bigorre werden Frankreich angeschlossen. Lourdes wird
eine wichtige Haltestelle auf dem Weg von St. Jacques de Compostelle.
Im 17. und 18. Jahrhundert
diente die Burg größtenteils als Staatsgefängnis.
Die Burg wird im 19. Jahrhundert
zum normalen Gefängnis umgebaut, später ist sie dann nur noch eine
gewöhnliche Kaserne.
1894 kauft Lourdes die
heruntergekommene Burg. |

|
Mirat, der Sarazenenfürst,
besetzte auf dem Rückzug die Burg und verteidigte sie erfolgreich. Karl
der Große wollte Mirat zur Übergabe zwingen und die Verteidiger
aushungern. Die Lebensmittel reichten nur noch für kurze Zeit. Trotzdem
demonstrierten die Sarazenen ihren Verteidigungswillen. Die Legende
erzählt, dass ein Adler eine Forelle vor die Füße von Mirat fallen
lies. Der Fisch wurde Karl dem Großen geschenkt damit er glaubte, dass
die Burg noch über ausreichend Nahrung verfügt. Dieser Vorgang wurde
im Stadtwappen von Lourdes, in dem sich Fische befinden, aufgenommen.
Weiter berichtet die Überlieferung,
dass der Bischof von Le Puy, der Hüter des ältesten Marienheiligtums
in Südfrankreich, als Unterhändler Mirat überzeugte und zum
christlichen Glauben führte.
Bei der Taufe nahm Mirat den Namen
"Lorus" an, aus dem schließlich "Lourdes" entstand. |