| Bernadette - ein
Mädchen aus
Lourdes
Bernadette Soubirous wird am 7. Januar 1844 als
Tochter eines verarmten Müllers in Lourdes geboren.
Lourdes ist eine Kleinstadt in den
französischen Pyrenäen. Durch die Stadt fließt ein kleiner Fluss -
der Grave du Pau.
Seit ihrem 6. Lebensjahr leidet sie an Asthma.
Deshalb wächst sie bei einer Verwandten im nahegelegenen Dorf Bartes
auf, wo sie Schafe hütet. Sie ist sehr fromm, betet gerne den
Rosenkranz und will möglichst früh zur ersten hl. Kommunion gehen. In
Bartes gibt es jedoch keinen Pfarrer, und so kehrt sie im Januar 1858 in
ihr Elternhaus zurück.
DIE ERSCHEINUNGEN
Am 2. Februar 1858 verlässt
dann ein junges Mädchen von 14 Jahren, Bernadette Soubirous, das “Cachot“,
(das ehemalige - wegen
seiner miserablen Bedingungen nicht mehr
benutzbare Gefängnis
der Stadt, in dem sie mit ihrer in äußerste Not geratenen Familie mehr
vegetierte als lebte, um mit ihrer Schwester und einer ihrer
Freundinnen
Holz zu sammeln. 
Bernadette hört “ein Geräusch wie von einem Windstoß“, und sieht
in der Höhle des schwarzen Felsens von Massabielle ein Licht, in dem
sich bald die Silhouette eines jungen Mädchens abbildet, “ebenso jung
und klein“ wie sie: sie war nur 1.49 m groß, und das im Alter von 14
Jahren! Dieses “Etwas“, wie Bernadette sagen wird, lächelt und lädt
sie zum Gebet ein.
Am Donnerstag, dem 18. Februar, geben sich
beide ein Versprechen. Bernadette hört die Frage: “Würden Sie mir
die Gnade erweisen, vierzehn Tage lang hierher zu kommen?“ Und sie
verspricht es. Dann: “Ich verspreche Ihnen nicht, Sie in dieser Welt
glücklich zu machen, sondern in der anderen!“
Die andere Welt, das ist die Welt der Liebe,
die Bernadette schon auf dieser Erde erfahren wird, auch und gerade im
Leiden. Nach einer Woche wird ihr der Weg dieser anderen Welt
angedeutet: die Umkehr, die Verwandlung des Herzens.
“Buße! Beten Sie zu Gott für die Umkehr der
Sünder!
Würden Sie auf Knien zu mir heraufkommen und
die Erde küssen für die Bekehrung der Sünder?
Buße! Buße! Buße!
Gehen Sie zu der Quelle und waschen Sie sich
darin! Essen Sie von dem Gras, das dort ist!“
Und die Quelle entsprang aus dem Schmutz...
Nehmen wir uns die Zeit und lassen wir
uns den Mut schenken, den Panzer unseres
Egoismus und unserer Sünden aufzukratzen, einen Panzer, der uns zwingt,
auf allen vieren zu kriechen und Gras zu essen, wie die wilden Tiere.
Aber jeder kann in der Tiefe seines Herzens ein lebendiges Wasser
sprudeln hören, eine Quelle, die dem Herzen Jesu entspringt, dem Herzen
Gottes selbst. Er liebt uns so sehr, dass er uns sogar in der Sünde -
im Tod - begegnet.
Am Dienstag, den 2. März, eine letzte Bitte:
“Gehen Sie zu den Priestern und sagen Sie
ihnen, dass man in Prozessionen hierher kommen und hier eine Kapelle
bauen soll!“ Die Kapelle, das ist die Kirche aus lebendigen Steinen,
die ihren Durst stillt an der Quelle lebendigen Wassers, und sich in der
Eucharistie von ihrem Herrn ernährt.
Bei der 16. Erscheinung, es ist der 25. März,
das Fest der Empfängnis Jesu im Leib der Maria, nennt das “Fräulein“
seinen Namen: “Ich bin die Unbefleckte Empfängnis!“
Maria, die Unbefleckte, lässt das Licht und
das Leben Gottes in sich einströmen, um es der Welt weiterzuschenken.
Bernadette sieht die Gottesmutter noch einmal
nach Ostern, am Mittwoch, dem 7. April, und dann am 16. Juli. Wegen den
von der Polizei errichteten Absperrungen ist sie auf der anderen Seite
des Flusses. Trotz der Entfernung sagt sie: “Ich habe sie gesehen, wie
wenn ich in der Grotte gewesen wäre.“
Der Ortspfarrer begegnet der Nachricht
zunächst mit Zurückhaltung, als Bernadette ihm aber persönlich
Bericht erstattet, glaubt er ihr und setzt sich für sie ein.
Für Bernadette folgt eine schwere Zeit, in der
sie sich einigen Verhören von staatlichen Behörden und kirchlichen
Kommissionen stellen muss. Außerdem steht sie im Mittelpunkt des
allgemeinen Interesses und kommt kaum noch zur Ruhe.
1860 sucht Bernadette im Krankenhaus von
Lourdes Schutz vor dem Wirbel um ihre Person. Dieses Krankenhaus wird
von der Caritas und Schulschwestern geleitet, deren Mutterhaus in Nevers
steht.
Bernadette tritt 1866 als Novizin dort ein und
pflegt von nun an Kranke.
Sie erkrankt an Tuberkulose und stirbt am 16.
April 1879.
Als man sie knapp 10 Jahre später
seligsprechen will und im Zuge dieses Prozesses ihr Grab öffnet, findet
man den Leichnam unverwest. Bernadette wird am 14. Juni 1925 selig- und
am 8. Dezember 1933 heiliggesprochen. |